Was ist eigentlich eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche?
„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz,
nimmt seine Umwelt differenziertanders wahr, seine Aufmerksamkeit
lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach,
da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen
anders empfindet als nicht legasthene Menschen.
Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“
(Dr. Kopp-Duller, 1995)
Was ist Dyskalkulie?
Nach wissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahrzehnte geht man heute davon aus, dass Dsykalkulie anlagenbedingt, also biogenetisch ist. Die Chromosomen 6 und 15 sind maßgeblich an der Weitergabe der Erbinformationen beteiligt. Neurobiologisch gesehen haben Menschen mit Dyskalkulie differenziert ausgebildete Sinneswahrnehmungen, es hat nichts mangelnder Intelligenz zu tun.
Die primäre Dyskalkulie (auch Rechenstörung) ist eine Teilleistungsstörung im Bereich der Mathematik. Man spricht von Dyskalkulie, wenn bei einer Person eine zeitweilige Unaufmerksamkeit beim Rechnen auftritt, es zu differenzierten Sinneswahrnehmungen, bzw. Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Zahlräumen und eine entsprechende Fehlersymptomatik (Wahrnehmungsfehler)
im Bereich der grundlegenden mathematische Fähigkeiten (Grundrechenarten) vorliegt, aber sonst keine Verhaltensauffälligkeiten oder Krankheitsbilder, die das Lernen anderweitig beeinträchtigen, vorhanden sind.
Von einer Sekundären Dyskalkulie spricht man, wenn eine primäre Dyskalkulie durch psychische, physische oder familiäre Ursachen, falsche Unterrichtsmethoden, Lerndefizite oder einer Minderbegabung verstärkt wird.
Was ist eine Rechenschwäche?
Eine Rechenschwäche wird im Gegensatz zur Dyskalkulie im Laufe eines Lebens erworben und ist in den meisten Fällen oft von vorübergehender Art, vor allem bei zeitnaher und gezielter Hilfe. Die Ursachen einer Rechenschwäche sind im gleichen Bereich zu suchen, die eine sekundäre Dyskalkulie ausmachen. Bei einer Rechenschwäche ist die Unaufmerksamkeit beim Umgang mit Symbolen beim Rechnen, nicht so offensichtlich, da keine differenzierten Sinneswahrnehmungen vorliegen. Die Fehlersymptomatik ist aber wieder identisch zur Dyskalkulie, wobei bei einer Rechenschwäche zur Abhilfe hauptsächlich nur die Symptomatik, also das Lernen an den Fehlern ausreicht, wobei medizinische und psychologische Maßnahmen unterstützend wirken können.
Symptome bei Dyskalkulie oder einer Rechenschwäche:
- Zahlenräume, Mengen, Größen, Formen
Distanzen werden schlecht erfasst - Rechensymbole werden vertauscht
- Schwierigkeiten bei den Übergängen
- Probleme beim Zählen
- Schwierigkeiten beim Erlernen des 1x1
- Verwechslung ähnlich aussehender u.
klingender Zahlen (statt 5/6, 6/9, 76/67) - Schwierigkeiten beim Kopfrechnen ...