Vorschulförderung
Unter Vorschulförderung versteht man alle pädagogischen Maßnahmen und Angebote,
die Kinder ab dem 4./5. Lebensjahr, also im letzten Jahr vor der Einschulung gezielt auf die Grundschule vorbereiten.
Der Fokus liegt dabei nicht auf dem inhaltlichen Lernen, sondern auf einer spielerischen und ganzheitlichen Förderung.
Inhalt der Vorschulförderung
- Soziale und emotionale Kompetenzen: Die Kinder lernen, Regeln zu akzeptieren, im Team zu arbeiten, Frustrationstoleranz aufzubauen und sich über längere Zeit zu konzentrieren.
- Sprachliche Förderung: Der Ausbau des Wortschatzes, das Verstehen von Geschichten und die sogenannte phonologische Bewusstheit (z.B. Reimen oder Silben klatschen) sind essenziell, um später das Lesen und Schreiben zu erlernen.
- Motorische Entwicklung: Feinmotorische Übungen (z. B. Stifthaltung, Ausschneiden) und grobmotorische Aktivitäten (z. B. Balancieren) bereiten auf das Schreiben und Stillsitzen vor
- Kognitives Verständnis: Spielerisches Heranführen an erste Zahlen, Mengen, Formen und Farben sowie das Wecken von Neugier auf neue Themen.
- Alltagskompetenzen und Selbstständigkeit: Die Stärkung des Selbstvertrauens, das Übertragen kleiner Aufgaben und das Zurechtfinden auf dem Schulweg.
Das gezielte Training der Sinneswahrnehmung ist z.B. ein Baustein, denn scharfe bzw. gut ausgebildete und trainierte Sinne sind eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen der Grundfertigkeiten: Lesen, Schreiben und Rechnen. Es beugt Lernschwierigkeiten (Legasthenie, Dyskalkulie, LRS usw.) vor, indem es die Bereiche visuelle und auditive Wahrnehmung, Raumorientierung und Körpermotorik spielerisch trainiert und man fit für die Schule ist.
Der PSV-Test (Pädagogischer Sinneswahrnehmungstest im Vorschulalter) ist ein spielerisches Diagnoseverfahren für Kinder zwischen 4 und 7 Jahren. Er dient dazu, den Entwicklungsstand der Sinnesleistungen zu überprüfen, um mögliche Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern, bevor Probleme beim späteren Lesen, Schreiben oder Rechnen entstehen.
Bei Interesse und Fragen zur Vorschulförderung oder dem PSV-Test sprechen Sie mich gerne an.
Sinneswahrnehmungstraining
Visuelle Wahrnehmung (Sehen)
-Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten (z.B. Formen, Farben, Größen).
-Figur-Grund-Wahrnehmung: Heraussuchen bestimmter Details aus einem komplexen Hintergrund, Wimmelbild--Visuelles Gedächtnis: Sich gemerkte Muster oder Bilder in Reihgenfolgen einprägen.
Auditive Wahrnehmung (Hören)
-Unterscheiden von Geräuschen, Lauten und Tonhöhen (auditive Differenzierung).
-Laute heraushören (z.B. "Welches Wort beginnt mit dem gleichen Laut wie Apfel?").
-Sprachrhythmus und Reimwörter erfassen.
Raum-Lage-Wahrnehmung (Raumorientierung)
-Richtungen verstehen und benennen (oben, unten, links, rechts).
-Erkennen, wie sich Formen im Raum zueinander verhalten (wichtig für das -Schreiben von Buchstaben und Zahlen).
Körperwahrnehmung und Motorik (Kinästhesie)
-Grobmotorik (Gleichgewicht, Koordination) und Feinmotorik (Stifthaltung, Handgeschicklichkeit).
-Entwicklung des Körperschemas durch Bewegung und gezielte Wahrnehmungsspiele
Olfaktorische Wahrnehmung (Riechen)
- In erster Linie dienst der Geruchssinn zum Schutz unseres Körper und spielt beim Lernen eher eine untergeordnete Rolle, er ist eher eine indirekte Lernhilfe, da Düfte im Gehirn direkt mit dem limbischen System – dem Zentrum für Emotionen und Erinnerungen – verknüpft sind. Durch die Verknüpfung von Lernstoff mit einem spezifischen Duft (sogenanntes konditioniertes Lernen) können Sie Ihr Erinnerungsvermögen beim Abrufen von Wissen deutlich verbessern.